DESTEL (hm). Zwei Jahrzehnte ist es her, dass mit der Einweihung der Remise das historische Ensemble der Desteler Windmühle komplett wurde. Dieses Jubiläum nahm die Dresdner Dorfgemeinschaft jetzt zum Anlass, gemeinsam mit zahlreichen Gästen ein fröhliches Familienfest zu feiern. Trotz einiger Schauer wurde das Mühlengelände am Sonntag einmal mehr zum Treffpunkt für alle Generationen.
Im Mittelpunkt stand eine originelle Ortsteil-Olympiade, bei der die einzelnen Bauernschaften ihre Geschichte und Besonderheiten auf kreative Weise erlebbar machten. Jeder Ortsteil hatte sich eine eigene Spielstation ausgedacht: In Ortfort sorgte eine Carrera-Bahn für Begeisterung und erinnerte an das dort beheimatete Stock-Car-Rennen. In der Osterweide mussten verschiedene Garne ihrer Herkunft zugeordnet werden, eine Anspielung auf die dort lebende Webmeisterin. In der Spitze war beim Hufeisenwerfen Treffsicherheit gefragt, passend zur Schmiedetradition des Ortsteils. Kinder und Erwachsene hatten sichtlich Freude daran, die abwechslungsreichen Aufgaben zu meistern.
„Es ist wirklich innovativ, sich mit einfachen Dingen so tolle Ideen einfallen zu lassen“, lobte Gemeindeheimatpfleger Tobias Seeger das Engagement der Dorfgemeinschaft. Horst Richter, Ortsheimatspfleger und Sprecher der Dresdner Dorfgemeinschaft, freute sich darüber, dass die ehemaligen Bauernschaften ihre Verbundenheit mit der Heimat auf so lebendige Weise präsentierten.
Auch der stellvertretende Bürgermeister Dietmar Meier würdigte das ehrenamtliche Engagement in Destel. „Destel zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftlicher Zusammenhalt und Ehrenamt das Leben in einer kleinen Ortschaft prägen“, sagte er. Die Vereine und Gruppierungen stünden für eine lebendige Dorfgemeinschaft. Die restaurierte Galerie-Holländer-Windmühle an der Lübecker Straße sei als Teil der Westfälischen Mühlenstraße ein kulturelles Juwel der Region.
Das vor 20 Jahren mit der Remise vollendete Mühlengelände sei ein sichtbares Zeichen dafür, was gemeinschaftliches Handeln bewirken könne. Stellvertretend dankte Meier Ortsheimatspfleger Horst Richter und den zahlreichen Helfern, die das Mühlenensemble mit viel Einsatz mit Leben füllten.
Die Geschichte des Mühlengeländes reicht bis in ein Dorfentwicklungskonzept aus dem Jahr 1986 zurück. Mit der Restaurierung der Windmühle, der Umsetzung des historischen Backhauses im Jahr 2002 und schließlich der Einweihung der Remise im Juli 2006 entstand nach und nach ein Dorfplatz, der heute Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen ist. Eine Bilderschau mit historischem Zeitstrahl erinnerte an diese Entwicklung und weckte bei vielen Besuchern Erinnerungen.
Daneben sorgten Hüpfburgen, Fußball-Dart, Kinderschminken, das Spielmobil sowie Gesang für Unterhaltung bei den jüngsten Besuchern. Frisch gebackener Kuchen aus dem Steinbackofen, Gegrilltes und weitere Leckereien rundeten das Familienfest ab.
Unter den Gästen waren auch der stellvertretende Landrat Siegfried Gutsche sowie Ulrike Grannemann und Marco Rinne vom Vorstand des Mühlenvereins im Kreis Minden-Lübbecke, die gemeinsam mit den vielen Besuchern das Jubiläum eines Dorfplatzes feierten, der längst weit mehr ist, als nur das Gelände rund um eine historische Windmühle.




